Royal Weddings: Prinz Carl Philip von Schweden und Sofia Hellqvist

Ja, es gibt sie doch noch, die Märchenträume, die wahr werden. Und vielleicht sind die nordischen Länder genau richtig für diese Art der Märchen.

Am 13. Juni 2015 führte der schwedische Prinz Carl Philip nach 5 Jahren endlich seine bürgerliche Verlobte Sofia Hellqvist vor den Traualtar. Dieses Mädchen vom Land, aus dem kleinen Ort Älvdalen, ein ehemaliges Bikini-Model mit Tattoo auf dem Rücken, dass zu Beginn gegen ganz schön viel nordische Winde zu kämpfen hatte. Doch am Ende siegte die Liebe und die warmherzige Braut hatte alle, die vorher noch skeptisch waren, überzeugt.

Selbstbewußt und elfengleich schritt Sofia an diesem Tag in der Kirche auf ihren Prinzen zu. Und er dankte es ihr mit Tränen in den Augen und einem Strahlen, das allen zeigte, dass hier nun zusammengeführt wird, was zusammen gehört. Die Zeremonie hatten beide sehr persönlich, modern, aber auch sehr emotional gestaltet. So lauschte die Gemeinde unter anderem dem Song „Fix you“ von Coldplay und einer schwedischen Version von Rihanna’s „Umbrella“. Den Abschluss bildete eine Gospel-Version von Beethovens „Ode an die Freude“, zu der das Brautpaar tänzelnd aus der Kirche schritten, und royale Gäste im Takt mitklatschten.

Während der Trauzeremonie gab es immer wieder verliebte Blicke, aber auch Freudentränen bei beiden, und als sie als Ehepaar vor die Kirche traten strahlten beide mit der Sonne um die Wette. Man konnte förmlich spüren, wie glücklich sie waren. Die Kutschfahrt bei strahlend blauem Himmel, führte das Brautpaar durch die Stockholmer Innenstadt und endete obligatorisch am Stadtschloss, wo es den lang erwarteten Kuss fürs Volk gab.

In seiner emotionalen Rede beim abendlichen Hochzeits-Bankett, verriet Carl Philip, wie schwer mancher Moment in der bisherigen Beziehung zu Sofia war, aber das es am Ende alles wert war.

„Man braucht Mut, auf dem schweren Weg zu bleiben, weil er der richtige ist. Sofia, wir haben niemals den schweren Weg gewählt, er hat uns gewählt. Jedes Mal, wenn wir versuchten, ihn zu verlassen, führte die Liebe uns wieder zusammen. Jedes Mal, wenn wir versuchten, voneinander getrennt zu sein, wurde mein Herz leer. Und zum Schluss haben wir uns für das Richtige entschieden – eine Entscheidung, die mich zum glücklichsten Mann der Welt macht.  Jeder, der dich kennt, weiß, dass deine äußere Schönheit von der Schönheit deines Wesens noch übertroffen wird. Ich bin stolz darauf, zu sagen, dass du mein Vorbild bist. Sofia, du füllst mein Leben mit Liebe und Freude! Ich liebe dich, und heute beweisen wir, dass die Liebe alles überwindet.“

Was könnte es Schöneres für eine Braut geben, als das zu hören? Das dachten auch die anwesenden Gäste und applaudierten dem Paar stehend und stürmisch.

Sofia revanchierte sich dafür gerührt mit einer kleinen Überraschung. Sie richtete das Wort an Carl Philip, sonst eher unüblich, und sagte nur „Von mir für dich, ich liebe dich.“ Doch statt weiter zu reden, trug eine Sängerin die weiteren Zeilen als Song vor. Sofia selber hatte die Zeilen verfasst, die nicht nur Carl Philip zum Weinen brachte. „Ich hätte nie gewagt, von einer Liebe wie dieser zu träumen. Jemanden, der mich so liebt, wie ich bin. Alles, was ich bin. Alles, was ich habe – bis zu meinem letzten Atemzug werde ich dich mit jedem Herzschlag lieben.“

Beim Eröffnungstanz ertönte „Sofias Walzer“, ein eigens für den Anlass komponiertes Stück, bei dem beide verliebt über den Tanzboden glitten. Die anschließende Party, die unter anderem vom bekannten schwedischen DJ Avicii begleitet wurde, ging bis in die Morgenstunden. Dafür hatte sich Sofia auch in eine andere, bequemere Robe geschmissen.

A propos Robe: Sofias Traumkleid hatte die schwedische Designerin Ida Sjöstedt entworfen. Das schmal geschnittene Kleid aus reinem Seidenkrepp erinnerte ein wenig an Kate Middletons Robe. Die Applikation aus Couturespitze auf Kleid und Schleppe wurden von Hand geschnitten und im Atelier der Designerin aufgestickt. Den Schleier schmückten Applikationen aus transparenter Baumwolle. Ihr Diadem aus Diamanten und Smaragden ist ein Geschenk des Königspaares. Der Brautstrauß war aus Gartenrosen und traditioneller Myrte gebunden. Die Kirche war mit Rosen, Nelken, Hortensien und Fuchsien in Rosa, Creme und Koralle geschmückt.

Royal Weddings: Prinz Haakon von Norwegen und Mette-Marit Tjessem-Høiby

Am 25. August 2001 glaubte man fast, Zeuge eines echten Märchens zu werden: Haakon, der Kronprinz von Norwegen, heiratete ein Mädchen aus dem Volk, die einen vierjährigen Jungen mit in die Ehe brachte. Alle Vorurteile, alle Einwände zu dieser Ehe, waren mit einem Schlag wie weggeweht. Und Mette-Marit, die neue junge Prinzessin, tanzte sich elfengleich in das Herz des norwegischen Volkes.

Was diese Hochzeit ausmachte, war nicht der Pomp. Es war einfach die Liebe dieses Paares, die bezauberte. Ihr Kuss zählt sicherlich zu den schönsten in der Geschichte der royalen Hochzeiten. Und er war Teil eines Tages voller persönlicher Einflüsse des Brautpaares. Denn sie hatten sich ein modernes Fest gewünscht, das nicht wie die üblichen royalen Hochzeiten ablaufen sollte. Die Art und Weise, in der das Paar feierte, war auch eine Verneigung vor einem Volk, das „Ja“ gesagt hatte zu einer außergewöhnlichen Brautwahl seines künftigen Königs.

Tatsächlich war die Liebe von Haakon und Mette-Marit lange Zeit auf die Probe gestellt worden. Zu groß erschien der Unterschied zwischen dem Prinzen und der modernen jungen Frau. Rückhalt fand der Prinz aber bei seiner Familie, denn auch seine Eltern, König Harald und Königin Sonja, hatten schwer für ihre Liebe kämpfen müssen. Noch drei Tage vor der Hochzeit stellten sich Haakon und Mette-Marit der Presse, und die Braut bekannte sich zu ihrer „ausschweifenden Vergangenheit“. Mit vielen Emotionen kämpfend gelang ihr so, die Sympathie des ganzen Volkes zu bekommen.

Beim abendlichen Galadiner wurden 400 geladenen Gäste Zeugen einer der ergreifendsten öffentlichen Liebeserklärungen, die je ein Prinz an seine Braut gerichtet hat.

Liebe Mette-Marit,

in Deiner Seele lodert es. Du bist sensibel, leicht zu begeistern, detailorientiert, manchmal teilnahmslos, brennend engagiert, temperamentvoll, couragiert, unergründlich. (…) Du hast eine gehörige Portion Humor und ein großes und warmes Herz. Ich glaube nicht, jemals auf jemanden so wütend gewesen zu sein wie auf Dich. ich glaube nicht, jemals so schwach oder jemals so stark gewesen zu sein wie mit Dir zusammen. Ich glaube nicht, jemals mit so viel Liebe erfüllt gewesen zu sein wie an Deiner Seite. Danke für Deine Liebe und für alles, was Du getan hast. Ich bin stolz, mich Deinen Ehemann nennen zu dürfen. Mette-Marit, ich liebe Dich!

Der innige Brautwalzer der beiden krönte einen gelungenen Festtag. Erst um 1.30 Uhr verabschiedeten sich beide und entschwanden mit der königlichen Yacht „Norge“ in die Flitterwochen Richtung Dänemark. Dort allerdings legte das Schiff ohne die frisch Vermählten an. Denn Mette-Marit und Haakon waren unbemerkt von der Presse entwischt und nach New York geflogen.

Das Brautkleid von Mette-Marit bestach durch die schlichte Eleganz, mit der die Designer 110 Meter Seide verarbeitet hatten. Trotz der langen Schleppe würde sich die Braut problemlos durch den langen Festtag bewegen können. Ganz besonders und sehr ungewöhnlich war Mette-Marits Brautstrauß. Der Wasserfallstrauß fiel fast bis zum Boden herab, und war mit vielen kleinen Blumen besteckt, die in hellem Fuchsia und romantischem Weiß leuchteten.

(Text: Copyright „Royal Weddings“, Verlag teNeues; Fotos: Copyright by AFP, dpa, picture alliance, EMIN/SIPA, AP, PA, Getty Images)

Royal Weddings: Prinz Charles und Lady Diana Spencer

Die Jahrhundert-Hochzeit, die für viele DIE Märchenhochzeit war, und jahrelang den Standard für folgende royale Hochzeiten setzte, fand am 29. Juli 1981, einem strahlenden Sommertag, in der St. Paul’s Cathedral in London statt.

Als Lady Diana Spencer, die junge Dame aus der englischen Oberschicht, die kurzzeitig als Kindergärtnerin gearbeitet hatte, bei ihrer Ankunft an der St. Paul’s Cathedral die gläserne Kutsche der Windsors verließ, sah sie aus wie aus einem Märchenbuch entstiegen. Am Arm ihres Vaters, Earl Spencer, machte sie sich auf den dreieinhalb Minuten dauernden Weg durch den Mittelgang der Kathedrale. Die sichtlich nervöse Braut war tief verhüllt von einem langen Schleier, das Kleid ausladend und mit einer siebeneinhalb Meter langen Schleppe.

Beim Gelübde verhaspelte sich die Braut dann auch, so dass sie anstelle von „Charles Philip Arthur George“ einen „Philip Charles Arthur George“ zum Ehemann nahm. Doch dadurch wurde die Zeremonie für die weltweit 750 Millionen Zuschauer umso liebenswerter. Hunderttausende britischer Untertanen strömten nach der Trauung über die Mall zum Buckingham Palace. Dort zeigte sich das Brautpaar auf dem Balkon der Menge und es folgte zum ersten Mal in der Geschichte der britischen Monarchie ein öffentlicher Kuss.

Das märchenhafte Traumkleid der 20jährigen Prinzessin war aus elfenbeinfarbenem Seidentaft. Antike, mit Goldfäden durchwirkte Spitze, weit geraffte Ärmel, eine schmale Taille und der sehr markante Ausschnitt mit großen Rüschen – das war das Kleid einer wahren Märchenprinzessin.

(Fotos: Copyright AP, dpa, PA Archiv, Getty Images)