Wie aus einer Gemeindehalle eine Traumlocation wurde

Am Anfang war alles ganz anders geplant: Katharina und Nils wollten ganz romantisch in der „Alten Gärtnerei“ eines Schlosses ihre Traumhochzeit feiern. Beide lieben die Natur und wollten dieses Element unbedingt mit in ihrer Feier integrieren. Sie stellten sich ein lockeres, entspanntes Fest für ihre Gäste vor, bei dem man die wunderschöne Umgebung des Schlosses mit genießen sollte. Aber leider kam dann doch alles anders, als erhofft: ca. drei Monate vor ihrem Trautermin entschieden sich beide, die Hochzeit nicht an diesem Ort stattfinden zu lassen, sondern die Feier an den Ort zu verlegen, wo auch ihre kirchliche Trauung stattfinden sollte: in den Gemeindesaal ihrer Heimatkirche.

Nun hieß es, schnell alles neu zu planen und zu organisieren. Der große Gemeindesaal der Kirche wurde erst vor ein paar Jahren gebaut und hatte daher ein sehr modernes Ambiente. Aber dennoch, es war eine Halle, die für Gottesdienste genutzt wurde (da die eigentliche Kirche bei den sonntäglichen Gottesdiensten bereits aus allen Nähten platzte), die aber auch bei sportlichen Aktivitäten eingesetzt wurde (die Markierungen für die Handball- und Basketballfelder waren deutlich auf dem Boden zu sehen). Und: das Brautpaar lebt in Berlin – und da auf die Entfernung mal eben so eine Hochzeitsfeier zu planen, ist keine einfache Sache. Zum Glück hatte das Paar sehr tatkräftige Unterstützung von Familien und Freunden vor Ort, da dies der Heimatort des Paares ist.

Zunächst einmal wurde geprüft, welches Equipment man vor Ort nutzen konnte: Tische, Stühle, Tischwäsche und Stehtische waren vorhanden. Das sind schon die wesentlichen Dinge für die Grundausstattung einer Feier und auch die größten Kostenfaktoren bei der Miete von Equipment. Und so mussten „nur“ noch Gläser, Teller, Besteck und zusätzliches Equipment, wie Flaschenkühler, ausgeliehen werden.

Das Motto für die Feier war, die Natur von draußen nach drinnen zu holen. Es sollte aus der Halle ein Märchenwald entstehen. Außerdem sollte die Halle optimal mit all ihrer Größe genutzt werden. Das Brautpaar wollte gerne unterschiedliche Bereiche schaffen, wo sich die Gäste aufhalten konnten. Und so wurden Skizzen gemacht, imaginäre Möbel gerückt und Abstände ausgemessen, bis am Ende der Plan stand. Das große Glück war, dass es bereits ein Traversen-System an der Hallendecke gab, welches zum einen natürlich für die gesamte Lichttechnik genutzt werden konnte. Aber diese Traversen dienten auch wunderbar dazu, lange Stoffbahnen aufzuhängen, die den großen Raum zunächst einmal in einen separaten Bereich abtrennen konnte. Optisch abgegrenzte Bereiche lassen einen großen Raum direkt kleiner und gemütlicher wirken. So wurde am Aufbautag als allererstes der Grundstein für den Bereich gelegt, der später zum Essen genutzt werden sollte. Insgesamt wurden dabei 80 Meter Stoff verbraucht. Als dieser hing konnte damit begonnen werden die Tische aufzubauen, die Stühle aufzustellen und danach die Tische zu dekorieren. Das gesamte Equipment wurde am Tag vor der Hochzeit angeliefert und konnte nun von allen Helferinnen der Braut mit dem gesamten Blumenschmuck dekoriert werden. Katharina war am Tag zuvor bereits mit ihrer Schwiegermutter im Blumen-Großmarkt gewesen, und hatte Wiesenblumen, Schleierkraut und Hortensien in Hülle und Fülle eingekauft. „Ich schwebte im Blumen-Paradies“, sagte sie mit glänzenden Augen hinterher.

Ebenfalls sehr wichtig war dem Paar, eine gemütliche, aber ungewöhnliche Loungeecke zu integrieren. Dafür nutzten sie die Sofas des Gemeindehauses, und besorgten zusätzlich Heuballen vom Bauern zum Sitzen und alte Teekisten vom Flohmarkt als Tischchen. Dekoriert wurde das Ganze noch mit farbigen Fleecedecken und selbstgenähten Kissen der Braut. Stehlampen gaben der Ecke später das romantische Ambiente.

Die Natur nach drinnen holen – das bedeutete auch, so viele Bäume wie möglich in der großen Halle zu integrieren. Hoch genug waren die Decken ja, um echte Bäume dort hinein zu stellen. Ein Bekannter des Brautpaares wollte für die Begrünung des Raumes sorgen. Doch kurz vor der Hochzeitsfeier stellte sich heraus, dass die „Begrünung“ aus ein paar kleinen Buxbäumen und dünnen Bäumchen bestehen würde. Also wurden ein paar Tage vor der Hochzeit noch schnell diverse Baumschulen, Gärtnereien, Floristen und Deko-Firmen kontaktiert, um größere Bäume auszuleihen. Um die Kosten jedoch so gering wie möglich zu halten, entschieden sich beide für die ungewöhnliche Variante, selbst für die Bäume zu sorgen: nach dem Motto „selbst ist der Mann“ zog Nils mit seinem Schwager und einem guten Freund in den nahegelegenen Wald und schlug selber sechs hohe Bäume, die er im kleinen Lastwagen zurück zur Location brachte. Die Bäume wurden in eigens für diesen Zweck gebauten Gestellen aufgebaut, und die Wirkung war sofort gigantisch. Die Bäume brachten ein ganz neues Flair in den Saal. Gartenbänke, die unter die Bäume gestellt wurden, waren dann noch das Tüpfelchen auf dem „i“. Jetzt war der Garten drinnen angekommen. Zu guter Letzt wurden mit Bodenstrahlern die Bäume und die Wände regelrecht in Szene gesetzt. Was doch Licht für eine besondere Veränderung im Raum bewirken kann!

Viel Arbeit und Planung steckte in dieser Dekoration. Doch am Ende waren alle überwältigt von diesem ganz neuen Ambiente, die diese Halle nun bot. Und das Brautpaar hatte nach viel Arbeit und langer Planungszeit ihren Märchenwald geschaffen. Und damit das perfekte Ambiente für ihre Traumhochzeit.

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